Standorteignung und Standortklassifizierung von Windenergieanlagen
Standorteignung von Windenergieanlagen nach IEC 61400-1 bzw. DIBt: Standortklassifizierung und Eignungsprüfung durch das akkreditierte EWS Testing Center.
Nicht jede Windenergieanlage ist für jeden Standort geeignet. Ob Planung, Genehmigung oder Finanzierung: Die richtige Standortklassifizierung und eine fundierte, normgerechte Standorteignungsprüfung sind der Schlüssel zu einem sicheren, langfristigen und wirtschaftlichen Windparkbetrieb. Unsere akkreditierte Prüfstelle, das EWS Testing Center, prüft, ob die gewählten Anlagen und das geplante Windparklayout zu den Bedingungen am Standort passen: Windgeschwindigkeit, Turbulenz und Extremwindereignisse. Das ist eine technische Prüfung für Ihr konkretes Projekt, keine Flächen- oder Potenzialsuche.
Fachlich vergleicht die Standorteignung die Windbedingungen am Standort mit den Annahmen, für die der Anlagentyp ausgelegt und geprüft wurde. Verglichen werden etwa die 50-Jahres-Extremwindgeschwindigkeit, die Verteilung der mittleren Windgeschwindigkeit, die Turbulenzintensität, das Höhenprofil des Windes, die Neigung der Anströmung und die Luftdichte, jeweils auf Nabenhöhe. Als Referenzwerte der IEC 61400-1 dienen, abhängig von Anlagentyp und angewandter Normausgabe, etwa ein Höhenexponent des Windprofils von 0,2, eine Neigung der Anströmung von höchstens 8 Grad und eine Luftdichte von 1,225 kg/m³. Voraussetzung für den Nachweis ist eine gültige Typen- oder Einzelprüfung der Anlage. Wird ein Auslegungswert überschritten, lässt sich die Eignung über einen Vergleich der Lasten nachweisen: Betriebslasten, wenn Windgeschwindigkeit oder Turbulenz die Auslegung übersteigen, Extremlasten, wenn der Extremwind den Referenzwert überschreitet.
Im nicht komplexen Gelände genügt ein vereinfachtes Verfahren mit mittlerer Jahreswindgeschwindigkeit, Turbulenzintensität und gegebenenfalls Extremwind. Weicht die Windverteilung stark von der üblichen Form ab, muss die Häufigkeitsverteilung verglichen werden. Komplexes Gelände wird in drei Stufen eingestuft, weil es Turbulenz und Schräganströmung erhöhen kann. Im Windpark kommt ein weiterer Einfluss hinzu: Benachbarte Anlagen erzeugen Nachlaufturbulenzen, die über die effektive Turbulenzintensität berücksichtigt werden. Deshalb hängt die Eignung auch vom Layout ab. Grundlage sind die für das Projekt geltende Ausgabe der IEC 61400-1 und, in Deutschland, die im Nachweisverfahren anzuwendenden technischen Baubestimmungen und DIBt-Regelungen zu Einwirkungen und Standsicherheitsnachweisen für Turm und Gründung. Wo mehrere Ausgaben der Norm zulässig sind, ist die gewählte Ausgabe vollständig anzuwenden. Der Einfluss benachbarter Anlagen wirkt vor allem über die Turbulenz, kann aber auch Windgeschwindigkeit und Lasten betreffen. Er ist layout- und standortspezifisch zu untersuchen, die maßgeblichen Abstände und Verfahren richten sich nach der angewandten Norm und dem konkreten Nachweis.
Bei uns kommt das aus einer Hand: von der Windmessung am Standort über die Standortbegutachtung bis zur normgerechten Bewertung und Dokumentation mit Ergebnisbewertung und Empfehlungen zur weiteren Vorgehensweise. Die Ergebnisse sind für Behörden, Banken und Hersteller:innen verlässlich und nachvollziehbar. Die Ertragsseite deckt unser Windgutachten mit Ertragsprognose ab. In der Genehmigung ergänzen die technischen Anlagenberichte die Unterlagen, bei Finanzierungen die technische Due Diligence.





