Dornröschen-Hecke statt Zaun
Der Ausbau der Photovoltaik auf Freiflächen steht häufig im Spannungsfeld zwischen technischer Sicherheit, landwirtschaftlicher Nutzung, Landschaftsbild und dem Erhalt von Ökosystemen. Agri-PV-Anlagen wie unser EWS Sonnenfeld® bieten die Möglichkeit, diese unterschiedlichen Anforderungen miteinander zu verbinden.
Der Weg zur Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage oder einer Agri-PV-Anlage ist anspruchsvoll. Je nach Standort und Ausgestaltung sind elektrizitätsrechtliche, naturschutzfachliche und gegebenenfalls weitere Genehmigungen erforderlich. Gleichzeitig müssen technische und sicherheitsrelevante Anforderungen berücksichtigt werden. Da Photovoltaikanlagen mit hohen Gleichspannungen betrieben werden können, sind geeignete Sicherheitskonzepte notwendig, um Menschen, Tiere und die Anlage zu schützen.
Bei Agri-PV-Anlagen kommt eine zusätzliche wesentliche Anforderung hinzu: Die Fläche soll weiterhin landwirtschaftlich nutzbar bleiben. Auch die Frage einer Einzäunung sollte daher nicht pauschal beantwortet werden. Vielmehr gilt es, den tatsächlichen Schutzbedarf der jeweiligen Anlage zu betrachten und die notwendigen Maßnahmen standortbezogen festzulegen. Hierfür braucht es Fachbereichs-Übergreifende Lösungen und genau die sind unsere Spezialität.
Eine mögliche Alternative zu einem durchgehenden Zaun ist beispielsweise eine geeignete Heckenstruktur, die langfristig eine natürliche Barrierewirkung entfalten kann. Eine sogenannte „Dornröschen-Hecke“ kann dabei mehrere Funktionen miteinander verbinden: Sie kann den Zugang zur Anlage erschweren, gleichzeitig aber den Landschaftsraum offener halten und die Durchgängigkeit für Wildtiere besser gewährleisten als eine durchgehende technische Einfriedung.
ASPEKTE FÜR EINE ZAUNFREIE UMSETZUNG VON AGRI-PV-ANLAGEN
- Die landwirtschaftliche Nutzung bleibt im Vordergrund:
Die Fläche wirkt weniger wie ein abgeschlossener Energiepark und stärker wie das, was sie tatsächlich ist: landwirtschaftlich genutzte Fläche mit zusätzlicher Energieerzeugung. - Ein offeneres Landschaftsbild:
Ein Zaun stellt eine zusätzliche Barriere dar und kann eine Anlage stärker vom umliegenden Landschaftsraum abgrenzen. Ohne durchgehende Einzäunung kann die Anlage weniger dominant wirken und sich besser in die bestehende Kulturlandschaft einfügen. - Bessere Durchgängigkeit für Tiere:
Ein durchgehender Zaun kann Wildtiere in ihren Bewegungen einschränken und Wanderkorridore unterbrechen. Bei einem Verzicht auf die Einzäunung bleiben Tierbewegungen grundsätzlich möglich. Eine geeignete Hecke kann dabei gleichzeitig eine Schutz- und Abgrenzungsfunktion übernehmen. - Weniger technischer Eingriff und Materialeinsatz:
Zaun, Pfosten, Tore und die damit verbundene Wartung können entfallen. Dadurch lassen sich Materialeinsatz und zusätzliche technische Eingriffe in die Fläche reduzieren. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass insbesondere in der Anwuchsphase einer Hecke ein temporärer Schutz vor Wildverbiss erforderlich sein kann. - Natürliche Einbindung:
Eine standortgerecht geplante Hecke kann nicht nur als Barriere dienen, sondern zugleich einen ökologischen Mehrwert schaffen. Je nach Ausgestaltung können Gehölzstrukturen Lebensraum und Nahrungsangebot für unterschiedliche Tierarten bieten.
KEIN ZAUN IST KEIN STANDARD – SONDERN EINE STANDORTBEZOGENE ENTSCHEIDUNG
„Kein Zaun“ ist nicht grundsätzlich die bessere Lösung. Für jede Anlage müssen unter anderem Diebstahl- und Vandalismusrisiken, elektrische Sicherheitsanforderungen, Haftungsfragen, Tierhaltung, landwirtschaftliche Bewirtschaftung sowie behördliche Vorgaben berücksichtigt werden.
Entscheidend ist daher eine individuelle Bewertung des tatsächlichen Schutzbedarfs. Wo die technischen, rechtlichen und sicherheitsrelevanten Voraussetzungen gegeben sind, kann der Verzicht auf eine durchgehende Einzäunung jedoch eine sinnvolle Alternative darstellen.
Eine geeignete Heckenstruktur kann dabei verschiedene Interessen miteinander verbinden: Sie kann die notwendige Abgrenzung schaffen, ohne den Landschaftsraum vollständig abzuschotten, die Bewegungsmöglichkeiten von Tieren erhalten und gleichzeitig die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche sichtbar in den Vordergrund stellen.
So kann aus der klassischen technischen Einfriedung eine natürliche Lösung werden, die Energieerzeugung, Landwirtschaft, Landschaftsbild und ökologische Durchgängigkeit miteinander verbindet.
Alina Mirwald: „Aus Sicht der Projektentwicklung geht es bei Agri-PV nicht darum, möglichst viele Anlagen nach einem einheitlichen Muster zu errichten. Jeder Standort bringt eigene Rahmenbedingungen mit, die von Anfang an in die Planung einbezogen werden müssen. Dazu gehört auch die Frage, ob eine Einzäunung tatsächlich erforderlich ist. Wo es technisch, rechtlich und sicherheitstechnisch möglich ist, sehen wir in zaunlosen Konzepten eine interessante Alternative. Eine geeignete Heckenstruktur kann dabei Schutz und Abgrenzung bieten, ohne die Fläche vollständig vom umgebenden Landschaftsraum abzuschotten. Für uns bedeutet gute Projektentwicklung daher, nicht nur die Energieerzeugung zu optimieren, sondern Lösungen zu entwickeln, die Landwirtschaft, Sicherheit, Landschaft und Natur möglichst gut miteinander verbinden. Das ist die Basis für jedes EWS Sonnenfeld®, das wir realisieren dürfen.“
Agri-PV muss nicht zwischen Landwirtschaft und Energie entscheiden. Sie kann beidesUnser EWS Sonnenfeld® verbindet beides – und lässt dabei Raum für Natur lassen.
Ein Beispiel dafür ist das EWS Sonnenfeld in Pischelsdorf am Engelbach. Die Fotos zeigen, wie gut Soja und Blühstreifen dort gewachsen sind. Geerntet wurde am 29. September.





